Das "Görchla"-Bier

In aller Herrgottsfrüh knistert ein Feuer in der Brauerei von Georg Höhn. Ein Feuer, das puren Genuss verspricht. Unmengen von Brennholz benötigt er, um seinen Sudkessel auf die richtige Temperatur zu heizen. Schließlich soll hier ein ganz besonderes Bier entstehen: Das "Görchla" Bier- benannt nach dem Braumeister selbst.


Das "Görchla"-Bier
Brautag, das ist etwas ganz besonderes für den Wirt aus Memmelsdorf: Nur einmal im Monat gönnt er sich dieses Vergnügen. Als solches sieht es Georg Höhn - auch wenn die Arbeit in der kleinen historischen Brauerei vor allem eines ist: schweißtreibend. Doch spätestens wenn die Malzsäcke geliefert werden, beginnt es den gelernten Braumeister in den Fingern zu jucken. "Das Brauen ist für mich mehr oder weniger ein Tag, da bin ich für mich und allein mit meinen Gedanken. Also ich möchte kein Telefonat durchgestellt haben und überhaupt: Das ist mein Tag!", schwärmt er. Sein Rezept ist ohne Schnörkel, die Herstellungsweise traditionell.

Das "Görchla"-BierFür sein naturtrübes "Görchla"-Bier braucht er 600 Kilo Gerstenmalz und 25 Kilo Caramünch - eine Malzsorte, die das Bier bernsteinfarben macht. Das Getreide schrotet er selbst - so will es die althandwerkliche Tradition. Zwischen Maischebottich und Sudpfanne gerät Georg Höhn dann endgültig ins Schwitzen: Alles dreht sich um die richtige Temperatur, die genauen Mischverhältnisse und exakten Wassermengen.

 

Eine alte Tradition wird bewahrt

Das "Görchla"-BierDoch der Einsatz lohnt sich - und erfüllt den Brauer mit Stolz. "Das ist der Unterschied bei uns kleinen Brauereien: Es ist noch Handwerkskunst pur! In den großen Brauereien stehen die mit ihren weißen Kitteln im Sudhaus drin, drücken einmal auf den Knopf und dann geht der Sud vonstatten", sagt Georg Höhn.

Für ihn käme solch eine Herstellungsweise nicht in Frage - schließlich hat er seine Leidenschaft für das "Görchla" Bier schon früh entdeckt: Bereits als Fünfjähriger war er mit seinem Vater Willi in der Brauerei - und stellt nun in der siebten Generation den bewährten Gerstensaft her. Das hausgebraute Bier kann man allerdings nicht so einfach beim Getränkehändler nebenan erstehen: Das "Görchla-Bier" gibt es nur im Gasthof der Familie Höhn. Auch daran hat sich seit 1783 nichts geändert. Nach einer Woche Reifung dauert es sechs bis acht Wochen bis es fertig ist, das "Görchla". Dann kann es der Gast genießen - und zwar in unterschiedlichen Formen: Als kühle Erfrischung im Glas, aber auch als Hauptzutat einer leckeren Soße zum Steak.

(Quelle: www.br-online.de)

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